14.09.06 Letzter Schliff

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Der letzte Schliff ist das noch lange nicht, aber ein Anfang ist gemacht. Die Dielen der Obergeschoß-Flure sind grob geschliffen. Kaum zu glauben, daß das Holz 120 Jahre alt ist. Die 35 mm dicken Schloßdielen aus Kiefer haben eine Breite von bis zu 50 cm und eine Länge von bis zu 7 m. Heute wäre, ausser Dinesen in Dänemark, wohl niemand mehr in der Lage, diese Formate herzustellen.
Nun brauchen Wände und Decken etwas Aufmerksamkeit, bevor dann der Boden feingeschliffen und endbehandelt werden kann.


12.09.06 Vestibül

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Neuer Lack für altes Holz. Holzpaneele und Türen erhielten nun die erste Lackierung. Der Farbton, Oliv-Ocker, wurde nach Originalbefund neu angemischt. Langsam kann man ahnen, wie der Raum einmal ausgesehen hat. Vor der Endlackierung folgt nun das erneute Spachteln von Fehlstellen, die erst jetzt sichtbar sind. Das zweireihige Fries über den Paneelen ist bereits grob gereinigt. Das geschieht mechanisch, Zentimeter für Zentimeter, um die da gemalte Textur und das eingelegte Blattgold des Musters nicht zu beschädigen. Die Feinreinigung wird noch eine Weile warten müssen.


Schablonen-Fries

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Immer wieder überraschend, was unter den Farbschichten verborgen ist. Im Vestibül zum Beispiel konnte man anhand von eigentlich unauffälligen “öligen” Flecken in regelmäßigem Muster ein gemaltes Fries erahnen. Der Kenner weiss, wo Öl ist – ist Blattgold nicht weit. Blattgold wurde nämlich mit Öl angelgt und das Öl dringt langsam aber sicher bis an die Oberfläche durch. Vorsicht beim Abkratzen der Farbe ist geboten, das Blattgold ist hauchdünn. Einmal freigelegt erweist sich das Fries als sehr stabil und wenig beschädigt, lediglich die Feinreinigung mit Tupfer und Skalpell muss noch erledigt werden.


11.09.06 Aufgang

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Vor dem Vestibül befindet sich der “repräsentative” Eingang. 9 Stufen aus Granit führen von der Haustüre zur 3-flügeligen Glastüre, dem eigentlichen Eingang. Unter diversen Anstrichen wurde die Originalfarbe von 1906/07 wieder freigelegt. Das Velde´sche Farbkonzept konnte durch Proben an Wand, Decke und Türen nachgewiesen werden und ergab eine interessante Abstufung von Grau-beige (Wandfläche und Decke), zu einem warmen, hellen grünlich-blauen Grauton (Aussenseite der Glastüren). Nach dem Entfernen der Anstriche durch abkratzen mit “kleinem Werkzeug” wurden die Originaltöne nachgemischt und der gesamte Raum neu gefasst. Nun kann man die von van de Velde bewusst inszenierte Dramatik der Farbkomposition zum ersten Mal in einer Raumfolge (Eingang – Vestibül) wieder spüren. Intelligent gesetzt – ein Spiel mit Hell und Dunkel.
Von den Holzpaneelen links und rechts der Türen konnten nur noch Spuren nachgewiesen werden. Das Abschlusspaneel an der Wand wurde also in Anlehnung an die vorhandene Geometrie neu angefertigt.


09.09.06 Farbprobe

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Nach der Freilegung der Velde´schen Wandfarbe im Eingangsbereich wurde eine Farbprobe angemischt und mit dem Pinsel aufgetragen (rotes Sechseck) um zu prüfen, wie gut die neu gemischte Farbe den Originalton trifft. Das Densitometer und moderne Computertechnologie ist sehr präzise in der Ermittlung der Farbzusammensetzung. In Kürze, soll nun der Raum mit der Originalfarbe neu gefasst werden.


03.09.06 Lack ab

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Der Lack ist ab. Das schmiedeeiserne Geländer am Aufgang zur Terasse hat in 120 Jahren so manchen Lack abbekommen. Jetzt war es Zeit, daß die vielen Schichten runter mußten. Weil das Geländer recht filigran gearbeitet ist und der Rost schon so manche Rosette dünn gemacht hat, wurde die Farbe mit dem Hämmerchen abgeschlagen. Sandstrahlen wäre schneller gewesen, aber zu agressiv. Danach bekommt das Geländer eine Farbe, die dem rohen Eisen nahekommt.


01.09.06 Rekonstruktion Eingangsbereich

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Links und rechts der Glastüre im Eingang wurden unter der abgekratzten Wandfarbe Spuren eines Wandpaneels entdeckt. Es gibt keinerlei historisches Bildmaterial von diesem Bereich im Schloß. Also mußte intuitiv vorgegangen werden, um eine passende Rekonstruktion zu entwerfen. Die neu angefertigten und eingepassten Kassettenpaneele werden später die Garderobenhaken aus Messing tragen, die aus einem Wiener Caféhaus stammen.